Stichworte
Hier könnt Ihr alle möglichen Dinge, die uns erwähnenswert erscheinen und sonst
nirgends hinpassen, finden.
1. März
Am 1.März feiern die Rumänen "Martisor" (übersetzt: "das Amulett"). Sie freuen sich an diesem Tag über das Ende des Winters und den bevorstehenden Frühling. Traditionell schenken die Männer den Frauen kleine Blumengestecke, -sträusschen und Amulette, die alle mit den traditionellen rot-weissen Bändchen geschmückt sind. Mein sonst nur mit Papier-Bergen und Büchern verunstalteter Schreibtisch quilt nun über von Frühlingsblümchen, rot-weissen Bändchen und Anhängern. :-)
Essen gehen
Hier in Bukarest findet man jede Menge gute Restaurants für alle Wünsche und Geschmäcker -- ob rumänische Hausmannskost, Pizza, Steaks, Sushi oder Fast Food. Essen gehen macht also Spass und ist gemessen an deutschen Verhältnissen sehr günstig. Woran man sich gewöhnen muss: es gibt nicht immer alles was auf der Karte steht. Hat man Glück, dann wird das gleich bei der Bestellung mitgeteilt und man kann sich eine Alternative aussuchen. Uns ist es allerdings auch schon häufiger passiert, dass der Kellner oder das Küchenpersonal dann einfach für uns eine Alternative ausgesucht haben ohne uns zu informieren. So wird dann schon mal aus einem Puten-Cordon-Bleu mit gedünstetem Gemüse ein paniertes Schweineschnitzel mit Salat. ;-)
Formulare
Rumänien scheint ein fast formularloses Land zu sein. Anträge stellen oder bestimmte Berichte geben (wozu es z.B. in Deutschland jede Menge Formulare gibt), kann man nur mit Freitexten, die dann durch bestimmte Stempelchen (ohne die hier gar nichts geht) vervollständigt werden. Problem dabei ist, dass man nie so genau weiss, was man für welchen Zweck zu schreiben hat. Ausserdem hängt es dann auch am jeweiligen Bearbeiter, ob er dann den Antrag genehmigt, oder ob ihm der Text nicht gefällt. Objektive Kriterien gibt es dabei kaum.
Kino/Fernsehen
Filme im Kino und Fernsehen werden gewöhnlich nicht synchronisiert, sondern im Original mit rumänischen Untertiteln ausgestrahlt. Das ist sehr angenehm für uns. Die Originale sind ohnehin meistens am besten und wenn man hin und wieder einen Blick auf die Untertitel wirft, kann man ganz nebenbei auch ein wenig rumänisch lernen. :-)
Rechnungen
Möchte man Handy, Festnetz, Strom, Wasser usw. bezahlen, muss man das immer persönlich tun. Man stellt sich hierzu Monat für Monat in eine Schlange zu den ganzen anderen zahlungswilligen bei der entsprechenden Firma oder Bank und wartet bis man an die Reihe kommt und seine Rechnung (die manchmal auch nur 20 Cents sein kann) bezahlen darf. Zahlt man nicht pünktlich wird recht schnell und rigoros z.B. das Handy abgestellt. Es wäre interessant mal auszurechnen wieviele Stunden der Durchschnitts-Rumäne pro Jahr mit Schlangestehen und Rechnungen bezahlen verbringen muss.
Schlaglöcher
Sowohl mit dem Auto als auch zu Fuss sollte man schon einen genaueren Blick auf den Weg oder die Strasse vor sich werfen. Riesige Schlaglöcher und Risse sind sehr üblich, aber auch fehlende Kanaldeckel bergen grosse Gefahren für Autos und Menschen. Man muss hier schon ein wenig umsichtiger fahren, aber es klappt doch meistens recht gut. Schwierig wird es nur, wenn es viel geregnet hat. Dann kann man nicht mehr unterscheiden, ob die Pfütze jetzt eine einfache kleine Vertiefung im Boden abdeckt, oder vielleicht ein richtig tiefes Loch.
Service
Was den Service von Dienstleistern hier betrifft, haben wir bisher recht unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Es gibt die ganze Bandbreite. Von der Kassiererin im Supermarkt, die sich auch 15 Minuten nach Ladenschluss noch ein Bein ausreisst, um eine Kreditkartenzahlung möglich zu machen; über das Putzpersonal in der Mall, die einem auch mal mit dem Wischmopp eins vors Schienenbein geben, weil man ihnen beim Putzen im Weg ist; bis hin zur Dame vom Museums-Empfang, die rauchend mit dem Rücken zu uns gewandt sitzt, Kaffee trinkt und uns anraunzt, weil wir sie mit unserer "dummen" Frage belästigen und sie nicht in Ruhe "arbeiten" lassen.
Strassenhunde
In ganz Rumänien gehören streunende Strassenhunde zum alltäglichen Bild. Besonders viele gibt es in Bukarest -- wieviele genau, ist uns nicht bekannt. Wahrscheinlich mehr als es Einwohner gibt. Ein wenig mulmig waren die ersten Begegnungen mit den Hunden schon, aber bisher haben wir keine gefährlichen Situationen erlebt. Vielmehr scheinen die meisten Hunde hier friedlich neben den Menschen her zu leben und sich über ein bisschen Futter oder auch nur Müll zum Durchwühlen zu freuen. Selbst beim Joggen gab es noch keine wirklichen Probleme. Die Strassenhunde sind ganz im Gegenteil nicht sonderlich selbstbewusst und man kann sie recht schnell verjagen, wenn es sein muss. Mit grösseren Rudeln sollte man sich eventuell lieber nicht anlegen. Im Allgemeinen sind diese Hunde auch sehr schön und nicht aggressiv.
Versorgung
Das es uns hier an irgendetwas fehlt, können wir nicht behaupten. Hat man hier genug Geld, bekommt man fast alles -- nur manchmal gerade nicht zu dem Zeitpunkt, an dem man es gerne hätte. Es passiert also manchmal schon, dass es in der ganzen Stadt das Lieblingsmüsli, die Nudeln oder ein bestimmtes Waschmittel nicht mehr gibt. Das ist nicht wirklich tragisch, aber wir sind es anfänglich einfach nicht gewöhnt gewesen, dass man auf Vorrat kaufen muss, wenn es mal bestimmt Dinge gerade gibt. Generell sind Angebotsmenge und auch Preise (besonders für Weisse Ware und Technik-Artikel), die sich von deutschen fast nicht unterscheiden, recht überraschend für uns. Durchschnitts-Netto-Gehälter liegen bei 150 bis 200 Euro. Wer kann sich die ganzen teuren Dinge überhaupt leisten??
Währung
Die rumänische Währung heisst Leu bzw. der Plural Lei. Ganz grob gerechnet entsprechen 40000Lei einem Euro. Schon ab 25 Euro ist man also Millionär. :-) Im Sommer 2005 sollen vier Nullen gestrichen werden, damit man mal die grossen Zahlen, die im Laufe der Jahre durch die Inflation entstanden sind, los werden kann.
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