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(September 2004)
Leben und Arbeiten in Bukarest
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Wir wohnen und arbeiten in einem der schönsten Teile in Bukarest -- fast Tür an Tür mit einer
bekannten Filmgesellschaft (Cold Mountain wurde z.B. von denen gedreht) und mit dem Wohnsitz des
rumänischen Präsidenten, der uns bisher leider noch nicht zu einem Kaffee eingeladen hat. ;-)
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Sehr schön ist es, dass wir den grossen Park "Herastrau" in unmittelbarer Nähe haben, ausserdem
ist hier im Norden der Stadt ohnehin viel Grün anzufinden -- Bäume, kleine Parkanlagen,... Sehr
hübsch also. Richtung Süden werden die Bäume immer weniger und dafür Staub und
Abgase immer mehr.
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Ganz in der Nähe haben wir ein paar kleine Supermärkte, die zwar nicht alles haben, aber ein paar
Kleinigkeiten auf die Schnelle, die uns vor dem Hunger-Tod retten, bekommt man dort auf jeden Fall. Für
den grossen Einkauf fahren wir gewöhnlich zum "Carrefour", einer grossen französischen
Supermarkt-Kette, die einige ihrer Märkte in der ganzen Stadt verteilt hat. Scheinbar sind es aber immer
noch nicht genug, denn egal zu welcher Uhrzeit man einkaufen geht, man muss sich wirklich immer durch
unglaubliche Menschenmassen kämpfen (das erinnert mich immer ein wenig an mein Jiu-Jitsu-Training).
Weitere Gründe meine Nahkampf-Kenntnisse anzuwenden sind das Putzpersonal und die Regaleinräumer,
die die Kundschaft mit ein paar unfreundlichen Blicken beehren bevor sie die Leute dann mit dem Wischmop oder
einer Palette zur Seite schubsen, wenn man ihnen irgendwie im Weg ist.
Auch wenn diese Supermarkt-Gefechte es auf den ersten Blick anmuten lassen, es herrscht keine Knappheit an
Lebensmitteln. Man bekommt fast alles, was das Herz begehrt. Viele schon aus deutschen Supermarkt-Regalen
bekannte Produkte (annährend zu deutschen Preisen) und auch viele einheimische Lebensmittel (meistens wesentlich
günstiger). Allerdings gibt es nicht immer alles, manchmal muss man schon einige Wochen warten bis das
Lieblings-Müsli oder die leckere Nudel-Sosse wieder mal zu haben sind. Erinnert mich ein wenig an das Leben
in der früheren DDR -- zugreifen und "hamstern" wenn man was bekommen kann, denn man weiss nie, wann
man das nächste Mal die Chance dazu hat.
Obst und Gemüse werden meist aus dem einheimischen Anbau angeboten, man sieht nur selten Export-Ware.
Die Vorteile machen sich schnell bemerkbar -- alles schmeckt noch richtig "echt". Die Tomaten schmecken wie die,
die wir in meiner Kindheit aus dem eigenen Garten geerntet haben und nicht wie gen-mutierte rote Wasser-Ballons.
Alles ist biologisch/natürlich angebaut, denn Dünger ist einfach zu teuer.
Sollten wir am Ende unseres Arbeitstages mal nicht mit dem Nahkampf im Supermarkt beschäftigt sein, bieten
sich auch noch genug andere Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Man kann z.B. sehr gut und günstig
essen gehen und die Auswahl an netten Restaurants ist gross. Ein Theater-Besuch ist auch mal eine gelungene
Abwechslung -- besonders wenn man ein paar nette Kollegen dabei hat, die einem hin und wieder mal ein wenig
übersetzen können, damit wir auch an den richtigen Stellen lachen und applaudieren. Oft findet man
uns auch im Kino, denn hier sind wir nicht auf Übersetzungshilfe angewiesen. Die Filme werden hier alle im
Orginal mit rumänischen Untertiteln gespielt. Das ist sehr angenehm, da es ohnehin mehr Spass macht die
Originale zu sehen.
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