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(September 2004)

Der Palast

Palatul Parlamentului -- oder der Parlaments-Palast oder auch das Haus des Volkes oder Ceaucescu Palast -- wie auch immer man das grundflächenmässig zweitgrösste Gebäude der Welt (330000qm) bezeichnen mag --es ist wohl das umstrittenste Gebäude Bukarests und ein Monument der grausamen und wahnsinnigen Herrschaft Ceaucescus. Bild
Das Gebäude wurde von 20000 Arbeitern, geleitet von 700 Architekten, in drei Schichten täglich von 1984 bis 1989 erbaut. Es beherbergt 1000 Räume, davon 30 riesige Hallen, 440 Meeting-Räume und der Rest sind Büros für Regierungsangestellte. Das Gebäude wurde aus den besten Materialien und Handwerk, das Rumänien zu bieten hat, geschaffen. Der Export von Marmor, Kristall und (Edel-)Hölzern (alle Handgeschnitzt und -geschnitten) wurde verboten, da alles was produziert wurde, für den Palast-Bau benötigt wurde. Es gab sogar Zeiten, in denen auch Grabsteine nicht mehr aus Marmor gefertigt werden durfte.

Immer mal wieder mussten während des Baus Böden, Wände oder Treppen wieder herausgerissen werden, weil Ceaucescu die Farbe oder Form, die er gestern noch wollte, heute nicht mehr gefiel. Während hier im Palast über Blattgold und Marmor-Fliesen-Farben diskutiert wurde, kämpfte draussen das rumänische Volk mit Armut und Hunger.

Besonders traurig und unglaublich ist die Geschichte der Entstehung des Palasts. Bukarests schönstes historisches Zentrum musste für die egomanischen Pläne Ceaucescus weichen. Ein fünftel der gesamten Stadt wurde dafür abgerissen -- Wohnhäuser, historische Gebäude, das jüdische Viertel und viele Kirchen. 70000 Menschen wurden aus ihren Wohnhäusern vertrieben und zurück gelassen wurden viele Hunde, die die Vorfahren der heutigen übermächtigen Anzahl von Strassenhunden waren.

Für den Palast wurde ein Hügel aufgeschüttet, von dem Ceausescu auf sein Volk und den Prachtboulevard Unirii herunterschauen wollte. Dies erlebte er jedoch nicht mehr. Im Dezember 1989, als Ceausecu und seine Frau gestürzt und exekutiert wurden, war der Bau erst zu gut dreiviertel fertig gestellt. Noch bis heute dauern die Bauarbeiten an und wenn das mal fertig ist, kann wahrscheinlich gleich wieder von vorn mit Sanierungen begonnen werden.