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(Januar 2004)

  Erste Begegnung...

Sollten wir für ein Jahr nach Bukarest gehen, oder besser nicht? Was erwartet uns dort? Gibts dort Strom und Internet? Vor diesen und weiteren ähnlich dummen(?) Fragen standen wir Anfang Januar. Erstmal ein schneller Blick auf die Karte... aha, Bukarest liegt also in Rumänien. Hmm, was fällt uns zu Rumänien ein? Osteuropa, Transylvanien und Vampire... Ein bisschen dürftig, da galt es also ein paar Bildungslücken zu füllen. So wurde relativ spontan ein Kurztrip nach Bukarest für das kommende Wochenende anberaumt. Um nicht total ahnungs- und planlos dort zu landen, galt es erstmal ein paar Infos zu sammeln.

Nach einigen Stunden in den Tiefen des Internets, waren wir ein wenig schlauer, oder doch nicht? Es gab kaum aktuelle Informationen, nur ein paar Erfahrungsberichte, die schon mindest drei bis vier Jahre alt waren. Das ist eine lange Zeit, für ein Land das sich (doch hoffentlich) im Aufschwung befindet. However, was dort so alles zu lesen war, klang nicht so ermunternd: Rumänien ist ein Dritte-Welt-Land; mehr als die Hälfte der Einwohner leben unterhalb der Armutsgrenze; in Bukarest leben viele Strassenkinder in der Kanalisation; es gibt viele Bettler, Taschendiebe und eine unglaublich grosse Menge streunender Hunde. Dagegen sprachen die Aussagen von C.s Kollegen, die schon dort waren: es sei sehr schön dort, hübsche Hotels, nette Menschen, die auch Englisch verstehen und man kann sehr gut essen gehen.

So bestiegen wir also mit sehr gemischten Gefühlen den Flieger nach Bukarest. Die Stadt begrüsste uns mit einem sehr fröhlichen Gesicht -- alles lag unter einer dicken weissen Schneedecke und die Sonne strahlte uns freundlich entgegen. Auf der Taxi-Fahrt zum Hotel gab es schon viele neue Eindrücke zu bestaunen.

Die Rumänen scheinen nicht viel vom Schnee-Räumen zu halten. Das ist für den Betrachter der Gegend sehr positiv -- so eine weisse Schneedecke auf allem ist viel netter als der graue Schneematsch, der noch übrig bleibt, wenn die Räumfahrzeuge mit ihrer Arbeit fertig sind. Für die Autofahrer ist es aber eher eine Rutschpartie. Beim Zustand vieler Autos (oder was man davon auf den ersten Blick erfassen kann), ist es doch mehr als verwunderlich, dass es nicht alle paar Meter eine Karambolage oder ähnliches gibt. Den Verkehr und die Fahrweise der Bukarester sind auch so ziemlich das Gegenteil von geordnet und umsichtig, aber trotzdem scheint es irgendwie zu funktionieren. Bild -- Bukarest im Schnee
Bild -- Schlagloch Bei unserem Taxi handelt es sich - wie auch bei viele andere Fahrzeuge hier - um einen alten Dacia. Ich habe noch nie auf so einem durchgessenen Sitz gesessen. Fühlt sich sehr interessant an, besonders wenn man durch die unzähligen Schlaglöcher fährt, die hier die Strasse zieren. Man könnte schon eher sagen, die Schlaglöcher werden nur gelegentlich durch kleine Strassenabschnitte unterbrochen.
Wir unternahmen ein paar Spaziergänge, um uns umzusehen. Dabei waren wir - da immer noch mit jeder Menge Vorurteile bewaffnet - super-vorsichtig. Hinter jeder Ecke hätte ja ein hungriger Hund oder ein Taschendieb auf uns lauern können. Selbst das Fotografieren machte uns nervös, denn damit outen wir uns ja als Touris. Nichtsdesto trotz gibt es ein paar Bilder von unseren Spaziergängen. Wir haben viele sehr schöne Villen gesehen. Leider sind nur wenige renoviert, aber mit ein "wenig" Geld könnte man da eine Menge drauss machen. Bild -- Villa
Bild -- Casa Presei

Mit ein wenig Anstrengung kann man im Hintergrund dieses Bildes das Casa Presei (Pressehaus) erkennen. In diesem riesigen Gebäude waren während des Ceausecu-Regimes Presse, Rundfunk und Fernsehen untergebracht. Jetzt residieren hier die meisten rumänischen Zeitungen und Verlage.