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(Juli 2004)

Wanderung in den Südkarpaten (im Bucegi-Massiv)

Nachdem wir uns die Karpaten ja schon mal im vorbeifahren auf dem Weg nach Brasov kurz angeschaut hatten, war es nun an der Zeit sie auch mal ganz nah zu erleben. So fuhren wir eines frühen Samstagmorgens nach Busteni (825m hoch gelegen) mit dem Ziel die Seilbahn rauf nach Babele (2200 m) zu nehmen um von dort dann eine Wanderung auf den Caraiman Gipfel (2400m) zum Heldenkreuz (ein Denkmal für die gefallenen Soldaten des 1.Wk.); wandern zu unternehmen. Das ist keine Riesen-Wanderung, aber wir sind sicher auch ein wenig aus der Übung und da kann man ja mal wieder klein anfangen. ;-)

In Busteni angekommen mussten wir feststellen, dass wir wohl doch nicht so früh losgekommen waren, wie wir glaubten... zumindest gab es an der Seilbahn schon eine lange Schlange von Menschen... Nach Beobachten der Schlange und der Geschwindigkeit (die gegen Null ging) mit der sie kürzer wurde, schätzten wir, dass es wohl mindestens drei Stunden dauern würde, bis wir an der Reihe waren... Hmm, der Tag war eigentlich zu schön, um ihn am Fusse eines Berges ohne tolle Sicht wartend zu verbringen. Noch dazu hatten wir nichts zu lesen dabei und C mutiert so ziemlich zum anstrengendsten Menschen, den ich kenne, wenn er irgendwo länger warten muss. ;-)

Logische Schlussfolgerung: ein Plan B muss her! Die neu erworbene Karte ausgepackt und die Gegend studiert... und nach kurzem Überlegen stand fest, wir gehen einfach zu Fuss nach Babele, wenn uns die Seilbahn nicht hinbringen möchte. Die Wegweiser versprachen uns eine vier bis fünf Stunden Wanderung... also dann mal nichts wie los!

Nachdem wir ein paar Minuten unterwegs sind und die bis-hierher-gehts-noch-mit-dem-Auto-Grenze hinter uns gelassen haben, wird es deutlich ruhiger und die wild-campenden Leute, die grillen und ihre Musik auf maximale Lautstärke haben, trifft man hier schon nicht mehr an.
Bild -- Blick von Busteni auf die Berge
Bild -- Wandern im Bucegi Massiv Der Weg geht teilweise richtig steil bergauf... entschädigt wird man für alle Anstrengungen durch den fast ständigen schönen Blick ins Tal, bei dem es richtig Spass macht, sich zu vergewissern wie hoch wir schon gekommen sind....

Unterwegs treffen wir hin und wieder auf einzelne Wanderer und kleinere oder grössere (Jugend-)Gruppen, die wohl auch nach Babele rauf wollen und die mit Gitarren und Schlafsäcken bewaffnet wohl auf dem Berg übernachten wollen... Erstaunlich, dass einige keinen gescheiten Rucksack haben und mit dem Schlafsack in der einen und der Wasserflasche in der anderen Hand durch die Gegend wandern...
Als wir eine tolle Stelle am Fluss finden, machen wir eine kleine Rast... ich wundere mich, ob Käse, Brot, Wasser und Äpfel schon immer so gut geschmeckt haben, oder ob es daran liegt, dass wir die letzten beiden Stunden schon ziemlich viele Höhenmeter hinter uns gebracht haben... Wir geniessen noch ein wenig den tollen Blick nach oben und nach unten und dann gehts weiter.... Bild -- Wandern im Bucegi Massiv
Bild -- Wandern im Bucegi Massiv

Der Weg wird teilweise noch steiler und vorallem verschwindet er auch hin und wieder und wird ersetzt durch eine Felswand, an der man mit Hilfe der angebrachten Seile und Ketten heraufklettern muss... Ein paar mal kräftig an den Seilen ziehen bevor man sie benutzt, ist schon angebracht -- wer weiss wann das hier alles das letzte mal geprüft wurde. Meistens halten die Ketten und Seile aber stand und so können wir mehr oder weniger problemlos nach oben klettern.